pH-Wert von Regenwasser | Saurer Regen & abgestandenes Wasser

„PH“ steht für „potentia hydrogenii“ und soll zur Unterscheidung von Säuren und Basen dienen. Der Wert bestimmt die Konzentration der freien Wasserstoffatome. Die Bemessung des ph-Werts ist für viele verschiedene Bereiche relevant.

Bekannt ist der Angabe vor allem aus dem Hautpflege-Segment. So soll der Wert von Pflegeprodukten möglichst ideal mit dem der Haut übereinstimmen, damit das Gleichgewicht bestehen bleibt und es nicht zu Irritationen kommt. Auch beim Reinigen ist der ph-Wert bedeutsam, um herauszufinden, welchen Reiniger man wo zum Einsatz bringt.

Saure Reiniger (z. B. Zitronensäure) entfernen effektiv anorganischen und mineralischen Schmutz, alkalische Reiniger (z. B. Rohrreiniger) wiederum organischen Schmutz. Ebenfalls essenziell ist der Wert für Leitungswasser, mit dem wir uns täglich waschen und welches viele Menschen auch regelmäßig trinken, denn auch unsere Haut und unser Blut haben einen ph-Wert.

Was sagt der ph-Wert über das Wasser aus?

Über den Messwert lässt sich feststellen, ob eine wässrige Lösung sauer, neutral oder basisch wirkt. Die Werte können zwischen 0 und 14 liegen. Werte unter 7 gelten als sauer, der Wert 7 als neutral und Werte über 7 als basisch oder alkalisch wirkend. Sauberes Wasser wie Leitungswasser hat einen ph-Wert von 7 bis 8,5, darf nach Trinkwasserverordnung aber sogar bis zu 9,5 haben.

Der ph-Wert von Regenwasser

Regenwasser entsteht infolge der Kondensation von Wasserdampf, der durch die Schwerkraft wieder zu Boden hinabregnet. Der Wasserdampf kommt zuvor mit verschiedenen Stoffen der Atmosphäre in Kontakt wie etwa Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefeldioxid. Dadurch entstehen Säuren und der Messwert wird saurer, sinkt also. Wie hoch er genau ist, ist von Region zu Region verschieden.

In Deutschland liegt er durchschnittlich zwischen 5,6 bis 5,8, in Österreich zwischen 5 und 6 und in der Schweiz durchschnittlich bei 6,83.

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Die Entstehung von saurem Regen

Einen Messwert von 4,2 bis 4,8 hat ein sog. saurer Regen. Dieser entsteht durch die Luftverschmutzung und wirkt sich schädigend auf die Umwelt aus. Schwefeloxide und Wasser bilden schwefelige Säure, Stickstoffoxide und Wasser wiederum Salpetersäure.

Saurer Regen, der in den Boden und Gewässer eindringt, senkt wiederum den ph-Wert von diesen.

Die Folgen von saurem Regenwasser

Saurer Regen kann den ph-Wert von Gewässer absenken, sodass Pflanzen, Fische oder andere Tiere sterben. Durch eine Versauerung des Bodens werden Nährstoffe ausgewaschen, die Mykorrhiza-Pilze abgetötet, in dessen Folge Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und gegebenenfalls sogar absterben.

Außerdem beschädigt der saure Regen die Wachsschicht auf den Nadeln und Blättern.

Regenwasser und abgestandenes Wasser im Wandtank oder der Regentonne

Regenwasser wird in manchen Haushalten gerne Liter für Liter im Wandtank oder Regenfässern gesammelt. Mithilfe einer Regenfasspumpe lässt es sich für die Bewässerung des Gartens nutzen. Der optimale Messwert für Gießwasser liegt bei 6. Das Wasser im Wandtank oder in der Regentonne sollte allerdings nicht zu lange stehen, denn abgestandenes Wasser entwickelt einen niedrigeren ph-Wert.

Hat man frisches Leitungswasser gezapft, macht sich dieses hingegen als abgestandenes Wasser für die Bewässerung besser.

Messverfahren zur Bestimmung des ph-Werts

Es gibt verschiedene Messerverfahren, um den ph-Wert zu ermitteln. Am einfachsten gelingt der Lackmustest. Lackmus ist ein blauvioletter Farbstoff, den man aus Flechtenarten gewinnt. Je nachdem, ob er mit saurer oder alkalischer Lösung in Verbindung kommt, verändert er die Farbe. Bei einer sauren Lösung verfärbt er sich rot und bei alkalischer Lösung blau.

Die Messung erfolgt per Tinktur, Tabletten oder mithilfe von Papierstreifen. Über die Verfärbung lässt sich auch der genaue Messwert grob abschätzen. Beispielsweise ob es sich um den Säure-Gehalt von Essig handelt, von saurem Regen oder Natronlauge. Für die Messung im Swimming Pool nutzt man für dieses Testverfahren eine sog. Schüttelbox.

Alternativ kann man auch ein elektronisches Messgerät verwenden. Die meisten dieser Geräte verfügen über eine praktische Digital-Anzeige und liefern ein sehr genaues Ergebnis. Regelmäßiges Testen ist besonders sinnvoll, wenn man abgestandenes Wasser nutzt wie im Pool oder für das Aquarium.

Der ph-Wert des Wassers im Pool

Im Video von Poolpowershop wird erklärt, dass der Messwert zwischen 7 und 7,4 liegen sollte. Messungen sollten am besten mithilfe einer Schüttelbox oder alternativ einem elektronischen Pool-Tester vorgenommen werden. Empfohlen wird dies zweimal pro Woche.

Saures Wasser führt zu Augenreizungen, alkalisches Wasser beeinträchtigt die Wirkung von Chlor. Um Abweichungen zu regulieren, kann dem Poolwasser bestimmtes Granulat hinzugefügt werden.

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