Gießen mit Regenwasser (Anleitung) | Altes Wasser für Tomaten?

Ob Beet oder Zimmerpflanze: Jedes Gewächs benötigt lebenswichtiges Wasser. Dabei vertreten viele Menschen die Meinung, dass Regenwasser am besten zum Gießen geeignet ist – immerhin ist es die natürlichste Methode. Wir verraten, ob das stimmt.

Wie gut ist abgestandenes Regenwasser für meine Pflanzen?

Regenwasser hat im Vergleich zu Leitungswasser zahlreiche Vorteile – unter anderem spart es Wasserkosten. Zudem ist es weicher, hat also einen geringen Salzgehalt, und ist kalkfrei. Kalk ist zwar nicht grundsätzlich schädlich für Pflanzen, denn Mineralien sind lebenswichtig. Doch ein zu hoher Kalkgehalt kann empfindliche Pflanzen in ihrem Wachstum und ihrer Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.

Was viele Menschen nicht wissen: Das Wasser muss nicht frisch sein. Altes, also abgestandenes Wasser, ist sogar besonders zum Gießen geeignet, solange es noch nicht verkeimt ist und stinkt. Altes Wasser enthält weniger Kohlenstoffdioxid, denn dieses konnte entweichen und setzt so den pH-Wert nicht herunter. Weiterhin hat es genau die richtige Temperatur.

Aber Vorsicht: Auch Regen kann verunreinigt werden. In Großstädten passiert das schnell durch Abgase und Feinstaub, auf dem Land zum Beispiel durch unsaubere Regenrinnen. Es nimmt dann dennoch Schmutz und Salze auf und eignet sich deutlich schlechter zum Gießen.

Gießkanne Gießen Stachelbeeren Sträucher Regenwasser Garten

Bei der Pflanzenpflege wird gerne Regenwasser zum Gießen verwendet.

Die beliebteste Methode, Wasser zu sammeln, ist selbstverständlich die klassische Regentonne mit einem Zulauf von der Regenrinne. Es gibt jedoch auch Alternativen. Dazu zählen zum Beispiel im Boden vergrabene Erdtanks oder Zisternen, in denen sich das Wasser sammelt und gespeichert werden kann. Bei der Lagerung sollten Sie darauf achten, dass das Wasser sich an einem dunklen, kühlen Ort befindet.

Video: IBC-Tanks für das Sammeln von Regenwasser

In unserem Video zeigt der YouTube-Kanal „Der Selbermacher-Blog“, wie Sie mit IBC-Tanks Wasser auffangen und es für das Gießen weiterverwenden können. So können Sie die Funktionsweise des Tanks verstehen, bevor Sie sich der Anschaffung widmen.

Auch die wichtigsten Fragen werden im Video beantworten: Woher bekommt man einen solchen Tank überhaupt und gibt es noch Alternativen?

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Von Tomaten bis Oleander: Unterschiede zwischen den Pflanzen

Fast alle Zimmerpflanzen werden gern mit Regenwasser gegossen. Dazu gehören unter anderem die beliebten Orchideen, die weiches und salzarmes Wasser ohnehin am liebsten haben. Das wird vor allem dann wichtig, wenn Sie Ihre Orchideen düngen müssen, denn dieser macht das Wasser noch salzreicher.

Auch viele Gartenpflanzen wie Tomaten und Bromelien freuen sich über Regenwasser. Das Gleiche gilt für epiphytisch wachsende Pflanzen, bei denen Sie sich vollständig auf den Regen verlassen sollten. In der Natur wachsen diese nämlich in Astgabeln und auf Bäumen, weshalb sie ihren gesamten Wasserbedarf aus dem Regen beziehen und Kalk nicht gewöhnt sind.

Es gibt jedoch auch Pflanzen, die kein Regenwasser mögen. Dazu zählt zum Beispiel der Oleander. Er benötigt kalkhaltige Erde und kalkhaltiges Wasser, auf saure Erde reagiert er empfindlich. Da Regenwasser den Boden mit der Zeit säuert und somit bei dem Oleander für Krankheiten sorgen könnte, ist davon abzusehen.

Fazit: Gießen mit Regenwasser

Regenwasser ist für Zimmer- und Gartenpflanzen das beste Gießwasser. Es ist nicht nur die natürlichste Form, sondern auch kostenlos, kalkfrei und deutlich weicher. Altes Wasser eignet sich besonders gut.

Das Wasser darf jedoch nicht durch Abgase oder unsaubere Regenrinnen verunreinigt sein. Tomaten, Bromelien und Orchideen freuen sich besonders über Regenwasser.

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